Die Wohngruppen der Jugendhilfe der NBS

Wenn die familiären Beziehungen und Strukturen so gestört und die Zuschreibungen gegen den Symptomträger so manifest sind, dass ein Aufeinander Zugehen zunächst nicht mehr möglich scheint oder sich beim Kind schädliche Verhaltensmuster so verinnerlicht haben, dass eine längerfristige intensive pädagogische und/oder therapeutische Intervention in einem besonderen Rahmen erforderlich ist, ist eine zeitlich befristete oder auch auf Dauer angelegte Unterbringung in einer Wohngruppe oft der einzig sinnvolle und verantwortliche Weg für eine Gesundung des Kindes und der Familie.
Unsere Wohngruppen arbeiten nach unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen und äußeren Rahmenbedingungen. Somit können wir sehr passgenau dem einzelnen Kind vor dem ganz individuellen Hintergrund seiner Lebenserfahrung, seiner Bedürfnisse und seiner Wünsche ein Angebot machen für einen Lebensort, an dem es gesunden und in einem geschützten und schützenden und unterstützenden Rahmen einen eigenen Lebensentwurf erarbeiten kann.
Grundprinzip unserer Arbeit ist dabei die unbedingte Akzeptanz und Wertschätzung unseres Gegenübers; wir respektieren ihn in seiner Einmaligkeit und achten seine Grenzen. Wir belassen die Verantwortung für die erzieherische Arbeit bei den Eltern. Das heißt, dass wir auch im Falle einer stationären Unterbringung bemüht sind, die Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterhin teilhaben zu lassen am Entwicklungsprozess ihres Kindes und sie aktiv in die pädagogische Arbeit einbeziehen.


"Wer sich noch in dem Zustand befindet, wo andere für ihn sorgen müssen, der muß gegen seine eigene Handlungsweise ebenso geschützt werden wie gegen äußere Unbill."

John Stuart Mill