NBS – Norddeutsche Gesellschaft für Bildung und Soziales gGmbHProjekte

Aktuelle Projekte

In einer Arbeitswelt mit ständig wechselnden Belastungen und Beanspruchungen ist die aktive Rolle eines gelebten betrieblichen Gesundheitsmanagements unerlässlich. Auf Basis des Wissens über die Wichtigkeit der Thematik wurde im Jahr 2022 das Projekt „betriebliches Gesundheitsmanagement“ innerhalb der NBS initiiert. Grundlegendes Ziel des BGM ist es, die Belastungen der Mitarbeitenden zu reduzieren und deren individuelle Ressourcen zu stärken. Damit ist konkret die Beschreibung von Aktivitäten zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit gemeint.
Das Zusammenführen aller Akteure zur Umsetzung der weiterführenden Prozesse wurde durch die Gründung der „Arbeitsgruppe Gesundheit“ ermöglicht.

Die „AG Gesundheit“ löst das „Projekt BGM“ zum Projektende im Dezember 2022 ab und wird somit als feste Instanz aller gesundheitsrelevanten Aspekte betrachtet. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Gesundheitsthemen und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen sollen den hohen Stellenwert des BGM betonen.

 

Hunderttausende Menschen aus der Ukraine müssen und mussten aufgrund des Angriffskrieges Russlands ihr Hab und Gut zurücklassen, um sich in anderen Ländern in Sicherheit zu bringen. Die Ankunft in Ländern wie Deutschland ist unter solchen Bedingungen unglaublich schwierig. Umso wichtiger sind Anlaufstellen, die Informationen und Beratung für die Menschen bereitstellen, denn dort finden sie die nötige Orientierung.

Bereits seit 2015 begleiten wir als Träger in unterschiedlichen Zusammenhängen Geflüchtete im Rahmen von Jugendhilfeleistungen nach dem SGB VIII. Durch diese bestehenden intensiven Vernetzungen und der Präsenz in Einrichtungen für Menschen, die in Deutschland angekommen sind, haben wir 2022 einen sehr hohen Bedarf an Hilfsangeboten (u.a. psychologische Versorgung; Beratung; Integrationsangebote) speziell für Kinder, Jugendliche und deren Familien aus der Ukraine festgestellt, welche durch bestehende Regelangebote so nicht vollumfänglich geleistet werden können.

Aus diesem Grund haben wir im September 2022 mit dem Projekt „Ankommen in Vorpommern- Greifswald“ begonnen. Nach der Ankunft in Deutschland sind viele Hürden zu bewältigen. Gerade die Unterstützung der Kinder, Jugendlichen und Familien in einem niedrigschwelligen, aufsuchenden und mobilen Setting unterstützt eine positive Integration. Diese kann nur gelingen, wenn Menschen zusammenkommen und gemeinsam aktiv aufeinander zugehen. Dies wollen wir mit unserem Projekt  befördern.

Kernziel des Projektes ist es, Kindern, Jugendlichen und deren Begleitung ein sicheres Ankommen sowie ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen und ihre individuellen Lebenswelten in den Blick zu nehmen.
Die Vermittlung in bestehende Hilfsangebote, die Begleitung von Terminen und die Beratung sollen zudem eine bessere Orientierung im Sozialraum ermöglichen. Wir wollen Brücken bauen, Menschen miteinander verbinden und so ein gelungenes Ankommen erzielen.

Das Projekt wird durchgeführt von einer Dipl. Lehrerin (welche ukrainisch und russisch spricht) und einer Diplompsychologin (mit langjähriger Erfahrung im Bereich Traumatisierung) mit mehrjähriger Berufserfahrung in ambulanten sowie stationären Leistungen im Rahmen des SGB VIII.

Projektfinanzierung
Das Projekt können wir mit der Unterstützung des Universitäts- und Hansestadt Greifswald über den Integrationsfond des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanzieren. Darüber hinaus erfolgt eine finanzielle Unterstützung und damit Sicherung des Eigenanteils durch die Spendenaktion "Hand in Hand für Nordeutschland" vom NDR aus dem Jahr 2022.

Das Thema des Gewaltschutzes ist spätestens mit dem Beschluss des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes omnipräsent in fachlichen Auseinandersetzungen. In diesem Zusammenhang starteten wir die NBS gGmbH im Jahr 2022 aktiv mit der Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes, welches unterschiedliche Faktoren des Gewaltschutzes berücksichtigt.

Das Gewaltschutzkonzept, welches im Rahmen einer einrichtungsübergreifenden und internen Arbeitsgemeinschaft und unter der Beteiligung der Mitarbeiter:innen des Trägers entwickelt wurde und weiterentwickelt wird, zielt darauf ab, verbindliche Standards zu etablieren und festzulegen. Ziel dieser Standards ist der Schutz der uns anvertrauten jungen Menschen vor Gewalt.

Deeskalationsmanagement

Im Rahmen der Erarbeitung des Gewaltschutzkonzeptes wurde sich auch intensiv mit dem Thema der Deeskalation auseinandergesetzt. Zwei Mitarbeiter:innen der NBS gGmbH haben in diesem Zusammenhang erfolgreiche eine Ausbildung zum professionellen Deeskalationstrainer beim Institut für professionelles Deeskalationsmanagement (ProDeMa) abgeschlossen und im Januar 2022 mit den Schulungen begonnen, welche alle Mitarbeiter:innen (unabhängig vom Tätigkeitsbereich) besuchen werden oder bereits haben.  

Den fachlichen Rahmen sowie die Orientierung bildet der Leitfaden zum Umgang mit Gewalt und Aggression in den Gesundheitsberufen nach dem Institut ProDeMa:

„Der:die Betreute hat ein Recht auf geschultes Personal, welches mit seinen unvermeidbaren Anspannungszuständen und aggressiven Verhaltensweisen professionell umgehen kann. Der:die Mitarbeiter:in hat ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz und auf Schulung für einen optimalen Umgang mit Gefahrensituationen, die durch den:die Betreute entstehen können. Unser Ziel ist die Vermeidung von psychischen und physischen Verletzungen jeder Art sowohl für die Mitarbeiter:innen als auch für die Betreuten.“

 

Grundschule Greif
Im Jahr 2020 wurde das Projekt „Begegnung und Kommunikation zur Stärkung der Kultur des Miteinanders - Integrationshilfe an der Grundschule Greif“ erstmalig initiiert. Anlass hierfür war die zunehmende Wahrnehmung von Hürden des Zusammenlebens innerhalb des Schulalltags. Ein verhältnismäßig hoher Anteil an Schüler:innen der Grundschule Greif haben einen Migrations- bzw. Fluchthintergrund.
Das Projekt der gemeinsamen Begegnung und Kommunikation soll Vorurteile bei allen Beteiligten abbauen. Es zielt darauf ab, den Kindern aus Migrationsfamilien durch aktivere Beteiligung und Einbindung in schulische Angebote mehr Lebensperspektiven aufzuzeigen. Oft sind die Kinder einem großen Spagat zwischen der Kultur der Herkunftsfamilie und der Kultur des deutschen Umfelds ausgesetzt. Teilweise werden schulische Angebote sogar abgelehnt. Hier ist es wichtig, die ganze Familie einzubinden und den Eltern die Angst der Entfremdung ihrer Kinder zu nehmen.

Integrierte Gesamtschule Erwin Fischer
Die anhaltenden Fluchtbewegungen machen sich am schnellsten in Kommunen und Institutionen wie Schulen bemerkbar. Dies stellt alle Akteure vor große Herausforderungen und erfordert schnelles Handeln. Für eine gute Aufnahme und langfristige Unterstützung bei einer gelingenden Integration von Kindern und Jugendlichen ohne Sprachvorkenntnisse und Vorerfahrungen im deutschen Bildungs- und Schulsystem einschließlich des Schulalltages, bedarf es ausreichende Ressourcen.
Seit Februar 2022 hat sich die integrierte Gesamtschule "Erwin Fischer" sowohl durch die individuellen Schulaufnahmen als auch durch die koordinierte Aufnahme aller Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 16 Jahren aus der Notunterkunft Siemensallee zu einer sog. "Schwerpunktschule" mit vielen Schüler*innen aus anderen Ländern entwickelt. Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit zwischen der Schule, der Integrationsbeauftragte der Universitäts- und Hansestadt Greifswald sowie der NBS gGmbH ein ähnliches Projekt wie an der Grundschule Greif initiiert.

Professionalität durch Vernetzung
Die Projekte werden umgesetzt durch jeweils eine:n Mitarbeiter:in welche:r ebenfalls Migrationshintergrund hat und über verschiedene sprachliche Ressourcen verfügt.  
Zu den konkreten Angeboten, welche beide Mitarbeiter:innen leisten, gehören insbesondere:

  • Die Organisation von Elternkreisen und einem internationalen Elterncafé zur Begegnung
  • Die Organisation von thematischen Elternnachmittagen u.a. zum Thema Schulsystem  
  • Begleitung der Aufnahme neuer Schüler:innen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund
  • Ansprechparnter:in für die Kinder, Eltern sowie Lehrkräfte (auch durch Sprachmittlung)
  • Vermittlung von Patenschaften

Projektfinanzierung
Die Projekte können wir mit der Unterstützung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald über den Integrationsfond des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanzieren.

Das Projekt richtet sich an die von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche u. a. durch Belastungen im Zusammenhang mit biografischen Erlebnissen ein erhöhtes Suchtpotenzial aufweisen bzw. bereits Suchtmittel konsumiert haben sowie an die Fachkräfte der NBS gGmbH, welche Handlungskompetenzen erwerben. Die AG Suchtprävention ist dabei im Besonderen geschult (u. a. Trampolin – Kinder aus suchtbelasteten Familien, Alkoholprävention, Cannabis Move, rauchfrei jetzt und risflecting). Sie organisiert themenspezifische Angebote bzw. Veranstaltungen, bietet einen Raum für einen einrichtungsübergreifenden Fachaustausch, koordiniert die suchtpräventive Arbeit, stellt Materialien zur Verfügung und ist Ansprechpartner bei Fragen und Problemen im Umgang mit Suchtverhalten.

Im Rahmen der Suchtprävention arbeiten wir gezielt verhaltenspräventiv (u.a. durch Information, Übungen) als auch verhältnispräventiv (Etablierung der AG Suchtprävention, Gestaltung von Arbeits- und Lebensbindungen). Konkrete Angebote für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind z.B.: StreetArt, Suchtpräventionstage, Feiern ohne Alkohol und Drogen Waldseilgarten sowie Kanutouren.

Die AG Suchtprävention ist darüber hinaus Mitglied im Netzwerk Kind-Familie-Sucht. Dieses Netzwerk setzt sich aus Fachkräften unterschiedlicher freier Träger, Kliniken und dem Jugend- und Gesundheitsamt zusammen. Hier werden trägerübergreifende Angebote und Aktionen besprochen, geplant und umgesetzt.

Frühere Projekte

Die Untersuchung „Suchtmittelkonsum und suchtbezogene Problemlagen von Kindern und Jugendlichen in stationärer Jugendhilfe“, die sog. FOGS-Studie zeigte auf besorgniserregende Weise die besondere Belastung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe, die häufig neben hohen psychischen und sozialen Belastungen auch von suchtbezogenen Problemlagen durch übermäßigen Medien- und Substanzkonsum betroffen sind.

Besonders hoch ist bei dieser Zielgruppe der Konsum von Cannabis und Tabak. Die Fachkräfte in den Einrichtungen unterschätzen diese Belastung oft sehr, da der Konsum verschiedener Substanzen oft nicht leicht erkennbar ist.
Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesmodellprojekt „QuaSIE“ federführend durch den LWL initialisiert. Das Projekt wurde wissenschaftlich von der Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) in Köln begleitet und durch einen Fachbeirat aus Sucht- und Jugendhilfe bei übergeordneten Fragestellungen beraten.

Ziel dieses Projektes ist die Professionalisierung im Umgang mit konsumbezogenen Auffälligkeiten in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe. Beteiligt waren und sind an diesem Projekt fünf ausgewählte Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet, von welcher wir als NBS gGmbH eine sind

Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Das QuaSIE-Projekt lief zunächst über drei Jahren (2016-2018). In diesem Rahmen wurde die Handlungskompetenz und –sicherheit der Fachkräfte durch Schulung und Qualifizierung verbessert. Neue Leitlinien zum Umgang mit Suchtmitteln wurden in den Einrichtungen der NBS etabliert. Darüber hinaus wurde ein praxisnahes Handlungskonzept erstellt, eine intensivere Kooperation mit dem Suchthilfesystem auf lokaler und regionaler Ebene erzielt sowie eine stärkere Vernetzung der beteiligten Hilfesysteme erreicht. Das Projekt wurde bis Februar 2021 verlängert. Im Rahmen von QuaSiE 2.0 ging es nun verstärkt um verhaltenspräventive Maßnahmen für Jugendliche. Dabei wurden Fachkräfte der NBS in verschiedenen Programmen wie z.B. "Cannabis move" geschult und setzen diese dann im Rahmen ihrer Arbeit mit Jugendlichen um.

Zum Ende des Projektes entstand als Ergebnis der Arbeit der Beteiligten beim LWL ein Flyer mit den Materialien für die Praxis.
Im Anschluss an das Projekt etablierte sich in der NBS gGmbH die AG Suchtprävention, welche den Themenkomplex weiterhin kontinuierlich bearbeitet.

Die Beteiligung der jungen Menschen im Kontext (teil)stationärer Hilfen zur Erziehung ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal professioneller pädagogischer Arbeit. Auch jüngste Untersuchungen belegen eindrücklich: je stärker sich junge Menschen einbezogen, beteiligt und handlungsfähig fühlen, desto positiver schätzen sie ihre Lebenssituation ein und desto erfolgreicher ist der Verlauf der Hilfe. Es ist also nicht nur ein gesetzlich geregeltes Erfordernis, sondern auch ein höchst sinnvolles und anzustrebendes Ziel, Kinder und Jugendliche wie auch Eltern aktive Beteiligung zu ermöglichen und dies als grundsätzlichen Arbeitsansatz im Rahmen von Jugendhilfe zu begreifen.   

Ein Projekt der NBS mit dem ifW und der IGFH

Durch das Projekt mit dem Landesministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales MV, der Internationalen Gesellschaft für Erziehung und der Hochschule Neubrandenburg wurde das Bewusstsein für das Beteiligungsthema bei Fach- und Leitungskräften gestärkt sowie bestehende Partizipationsansätze in einzelnen Einrichtungen gefördert, neu entwickelt und strukturell verankert.
Zum anderen wurden für die jungen Menschen in der Heimerziehung einrichtungsbezogen und auch einrichtungsübergreifend Beteiligungsoptionen eröffnet.

Folgendes wurde u.a. mithilfe dieses Projektes umgesetzt:

  • Beteiligung- und Beschwerdemanagement ist Teil der Konzeption einer jeden Einrichtung und wird auch praktisch gelebt.
  • Die Kinder und Jugendlichen erhalten bei Ihrem Einzug ein "Willkommensheft", welches sie über ihre Rechte und Pflichten informiert sowie die jeweiligen Ansprechpartner benennt, die für ihre Wünsche und Sorgen ein offenes Ohr haben.
  • Es wurden Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in den stationären Erziehungshilfen in M-V entwickelt und modellhaft erprobt. So wurde u.a. ein Jugendparlament gegründet, in welchem die Kinder und Jugendlichen aus den Einrichtungen aktiv mitwirken können, wenn es z.B. um Organisation von Festen und die Umsetzung von Wünschen geht.
  • Vor dem Hintergrund vorhandener Beteiligungsmöglichkeiten ist der Aufbau von Beschwerdeverfahren modellhaft auszugestalten und unterschiedliche Formen des Beschwerdemanagements auf ihre Eignung für die jeweiligen konkreten Rahmenbedingungen in der Einrichtung und im Verlauf der konkreten Hilfe hin zu überprüfen (gruppenbezogene Betreuungssettings, Kleinsteinrichtungen, familienähnliche Betreuungssettings).