Die Untersuchung „Suchtmittelkonsum und suchtbezogene Problemlagen von Kindern und Jugendlichen in stationärer Jugendhilfe“, die sog. FOGS-Studie zeigte auf besorgniserregende Weise die besondere Belastung von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe, die häufig neben hohen psychischen und sozialen Belastungen auch von suchtbezogenen Problemlagen durch übermäßigen Medien- und Substanzkonsum betroffen sind.
Besonders hoch ist bei dieser Zielgruppe der Konsum von Cannabis und Tabak. Die Fachkräfte in den Einrichtungen unterschätzen diese Belastung oft sehr, da der Konsum verschiedener Substanzen oft nicht leicht erkennbar ist.
Vor diesem Hintergrund wurde das Bundesmodellprojekt „QuaSIE“ federführend durch den LWL initialisiert. Das Projekt wurde wissenschaftlich von der Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) in Köln begleitet und durch einen Fachbeirat aus Sucht- und Jugendhilfe bei übergeordneten Fragestellungen beraten.
Ziel dieses Projektes ist die Professionalisierung im Umgang mit konsumbezogenen Auffälligkeiten in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe. Beteiligt waren und sind an diesem Projekt fünf ausgewählte Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet, von welcher wir als NBS gGmbH eine sind
Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Gesundheit.
Das QuaSIE-Projekt lief zunächst über drei Jahren (2016-2018). In diesem Rahmen wurde die Handlungskompetenz und –sicherheit der Fachkräfte durch Schulung und Qualifizierung verbessert. Neue Leitlinien zum Umgang mit Suchtmitteln wurden in den Einrichtungen der NBS etabliert. Darüber hinaus wurde ein praxisnahes Handlungskonzept erstellt, eine intensivere Kooperation mit dem Suchthilfesystem auf lokaler und regionaler Ebene erzielt sowie eine stärkere Vernetzung der beteiligten Hilfesysteme erreicht. Das Projekt wurde bis Februar 2021 verlängert. Im Rahmen von QuaSiE 2.0 ging es nun verstärkt um verhaltenspräventive Maßnahmen für Jugendliche. Dabei wurden Fachkräfte der NBS in verschiedenen Programmen wie z.B. "Cannabis move" geschult und setzen diese dann im Rahmen ihrer Arbeit mit Jugendlichen um.
Zum Ende des Projektes entstand als Ergebnis der Arbeit der Beteiligten beim LWL ein Flyer mit den Materialien für die Praxis.
Im Anschluss an das Projekt etablierte sich in der NBS gGmbH die AG Suchtprävention, welche den Themenkomplex weiterhin kontinuierlich bearbeitet.